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Indien & Himalaya Königreiche

Reiseführer Indien, Politik, Wirtschaft, Flora und Fauna

Indien ist mit seiner Gesamtfläche von 3287263 km² neunmal größer als die Bundesrepublik Deutschland. Zum Vergleich Europa hat eine Größe von 2400000 km². An den Grenzen von Indien befinden sich, Pakistan, China, Nepal, Bhutan, Nyanmar und Bangladesh und die gesamte Küstenlänge von Indien beträgt 7516 km. Pro Quadratkilometer leben rund 267 Menschen, das sind rund 40 Personen mehr als in Deutschland.

Indien teilt sich in vier Regionen auf, das ist zum einen Nordindien, wo man strahlende Gipfel und beeindruckende Paläste vorfindet, Westindien, wo Entspannung in Goa ansteht oder aber wundervolle Feste im Gujarat, Ostindien, welches eine unvergleichbare und atemberaubende Schönheit an den Tag legt mit einer zeitlosen Weisheit und Südindien, wo man letztendlich das „alte“ Indien erlebt.

Die Kultur Indiens

Sie ist nicht nur einzigartig, sondern sie ist auch eine der ältesten Kulturen der Welt. Reist man durch das Land, dann findet man eine erstaunliche kulturelle Vielfalt. Jeder Teil Indiens hat seine eigene Kultur und zudem hat auch jeder Staat dazu noch seine eigene Kultur entwickelt. Kurz gesagt, es gibt tatsächlich keine andere Kultur in der Welt, die so vielfältig und einzigartig ist, wie die von Indien.

Indien ist so riesig und mit so vielen geografischen Eigenschaften und Klimazonen. Das Land beheimatet einige der ältesten Zivilisationen, worunter sich auch die vier großen Religionen der Welt befinden. Der Hinduismus, der Buddhismus, der Jainismus und der Sikhismus.

Geburt

Die Kultur Indiens ist voller Rituale, Traditionen und täglicher Routinen und so auch, wenn ein Kind geboren wird. Es werden schon besondere Zeremonien durchgeführt, bevor das Kind geboren wird, hier wird für die Mutter und das ungeborene Leben gebetet. Dafür kommt der Pandit (Priester) in das Haus der Familie und führt verschiedene Riten durch.

Im Hindu-Dharma ist die Geburt etwas Religiöses und die Samskaras beginnt bereits vor der Geburt und endet mit der Einäscherung des Körpers nach dem Tod. Die Anzahl der Samskras variiert, da es verschiedene Schriften gibt. Es gibt zwischen 11 und 40 Samskars, wobei die wichtigsten Garbhadhana (Konzeption), Jatakarma (Geburt des Kindes), Namakarana (Benennung des Kindes), Annaprasan (die erste feste Nahrung), Mundan (Rasieren des Kopfes) und Upanayana (Übergabe der heiligen Schnur) sind.

Die Hochzeit

Eine traditionelle indische Hochzeit ist etwas Besonderes, man kann sagen ein Fest für die Augen. Braut und Bräutigam, sowie die Gäste sind alle festlich und farbenfroh gekleidet. Doch hinter all dem versteckt sich eine Tradition, die bereits seit dem vierten Jahrhundert existiert. Diese Tradition ist die arrangierte Ehe und sie ist ein Teil der indischen Tradition, die für viele Inder einfach nicht wegzudenken ist aus ihrem Leben. Die arrangierte Ehe ist ein „zentraler“ Punkt und ist dazu gedacht, das bestehende Kasten-System aufrecht zu erhalten und zu stärken und besteht in ihren Grundsteinen der Prakasa. Die besagt, dass eine Ehe, die arrangiert wurde, der sozialen Zufriedenheit dient innerhalb des Systems und des Weiteren den Eltern Kontrolle gibt über die Familienmitglieder, aber auch die Chancen erhöht, die Ahnenreihe zu erhalten und fortzusetzen. Prakasa besagt weiterhin in ihren 6 Funktionen, dass dadurch die Sippe gestärkt wird, die Ausweitung und die Konsolidierung des Familieneigentums ermöglicht wird und den Ältesten ermöglicht, das Prinzip der Endogamie (Prakasa 17) zu bewahren.
Die arrangierten Ehen dienten am Anfang dazu, die obersten Kasten Familien aufrecht zuerhalten. Später dann breitete sich dieses auch auf die unteren Kasten aus, wobei die Besonderheiten der arrangierten Ehen variieren. Hierbei kommt es darauf an ob es sich um Moslems oder Hindus handelt (Prakasa 15 besagt, dass die Ehen als eine Allianz zwischen zwei Familien anzusehen ist und nicht als eine Verbindung zwischen zwei Individuen).

Die moderne Zeit

Auch heute noch werden Ehen arrangiert, wobei es sich entweder um Kinderheirat handelt oder aber um eine Anordnung der Familie. Zwar besagt „The Child Marriage Restraint Act“ von 1929–1978, das eine gesetzliche Heirat nur für Frauen im Alter von 18 und Männern von 21 Jahren erlaubt ist. Jedoch werden auch noch heute viele Kinder im Alter von 15 oder 16, teilweise sogar im Alter von 13 verheiratet, innerhalb eines kulturellen Kontextes. Zwar ist diese Ehe ungültig und anfechtbar solange die Ehe nicht bis zum gesetzlichen Alter von 18 und 21 Jahren vollzogen wurde, dennoch halten viele Familien an dieser Tradition fest.

Im Allgemeinen wird eine Ehe von den Eltern arrangiert, die den passenden Partner oder Partnerin in der heutigen Zeit oft über eine Heiratsvermittlung suchen. Dort wird der Name registriert und es wird nach einer Übereinstimmung gesucht. Dann werden ein paar Namen herausgepickt und die Eltern erhalten eine Liste mit Namen und Adressen und allen entsprechenden Details.
Im alten Indien wurden die Kenntnisse der Familie genutzt, man wusste genau Bescheid über die Schwächen und Stärken in dem strengen Kastensystem. Zudem gab es noch das passende Horoskop, welches auch heute noch von vielen Eltern zurate gezogen wird.
Bleibt eine Tochter unverheiratet, dann ist sie eine alte Jungfer und bringt Schande über die Familie und ist eine Frau im Alter von 24 Jahren unverheiratet oder sie ist vom Ehemann getrennt teilt sie das gleiche Schicksal.

Gut zu wissen ist, dass in der heutigen modernen Zeit die Anzahl der Liebeshochzeiten stetig zunimmt und auch die Gesellschaft mehr und mehr diesen Hochzeiten zustimmt. Trotzdem bleiben die traditionellen Hochzeiten bestehen. Zudem gibt es noch die Möglichkeit der standesamtlichen Hochzeit, die sogar in manchen Fällen mit Hilfe der Polizei und Hilfsorganisationen durchgeführt werden, wenn die Eltern der „Liebesheirat“ nicht zustimmen.

Begräbnis

Die Hindus glauben daran, dass sie immer wieder nach ihrem Tode wiedergeboren werden, bis sie schließlich „Moksha“ eine Atempause erhalten. Sie glauben, dass wenn sie ein Leben ohne Sünde und voller Wert führen, näher an Moksha herankommen und dadurch dann in einem nächsten Leben in einer höheren Form wiedergeboren werden. Baden sie im Ganges oder trinken dessen heiliges Wasser, spülen sie sich frei von jeglicher Sünde.

Naht der Tod, dann wird der Kranke, bzw. Sterbende aus dem Bett gehoben und mit den Kopf Richtung Norden auf den Fußboden gelegt. Familie und Verwandte versammeln sich um ihn und tauchen ein Blatt Basilikum in Wasser des Ganges oder Milch, und berühren damit die Lippen des Sterbenden. Dabei werden heilige Lieder gesungen und heilige Schriften verlesen. Für die Bestattung dann wird ein besonderer Pandit (Priester) gerufen. Unter einem Unterstand, der von der Familie erbaut wurde, wird ein Feuer Ritual (HOMA) durchgeführt in der Neun Messing Töpfe (Kumbhas) und ein Tontopf gesegnet werden. Zudem wird nebenher noch ein Feuer in der Wohnung/Haus entzündet. Die Riten werden dann von dem „Hauptleidenden“ durchgeführt, welcher in der Regel der älteste Sohn ist. Die folgenden Riten sind langwierig und immer wieder begleitet von Gesängen und Lesungen der heiligen Wörter.

Sind alle Riten durchgeführt wird der Tote den Flammen übergeben. Das ganze Todesritual dauert 12 Tage und die Trauernden sind rituell unrein. Sie müssen nicht in die Tempel gehen und alle heiligen Bilder und Figuren werden abgedeckt, die sich im Haus befinden. Sie schlafen auf dem Boden und essen nur vegetarisch. Die Witwe löscht ihr Sindoor (Ehemarke) und trägt im ersten Jahr nur weiße Kleidung und der Sohn hält jedes Jahr am Todestag eine Trauerfeier ab, solange er lebt oder für einen bestimmten Zeitraum. Zudem wird Shradda eine Rite zum jährlichen Todestag nach dem Mondkalender in der Wohnung von einem Priester durchgeführt und bietet eine Pinda (Reis-Kugel) den Vorfahren an.
Ebenso ist es in Indien üblich eine Shraddha für Ahnen durchzuführen, kurz vor dem jährlichen Festival Navaratri. Das eignet sich auch für die Fälle, wo man den genauen Todestag nicht kennt.

Die Kleidung in Indien

Sehr beeindruckend ist die bunte und traditionelle Kleidung der Frauen, gerade wenn man an Rajasthan denkt. Dort werden die Sarees jeden Tag von den Frauen getragen und die Männer sieht man dort mit Dhoti und Turban.

Ein Saree ist eine Art „Schal“ der 6 m lang und 2 m breit ist und einiges an Geschick erfordert ihn zu wickeln bis er perfekt sitzt. Die Sarees sind aus den verschiedensten Materialien hergestellt, wie beispielsweise Baumwolle, Seide, Synthetik etc., wobei es hierbei dann auf den Verwendungszweck ankommt.

Gilt es ihn für festliche Anlässe zu tragen, dann werden handgefertigte Sarees gewählt, die wertvoll, aufwendig und zumeist aus feinster Seide gefertigt wurden und zum Tiel auch Goldfäden enthalten und die schönsten Designs aufweisen.

Die traditionelle Kleidung der Männer besteht aus den langen weiten Hemden und Hosen, die ebenso aus den unterschiedlichsten Materialien gefertigt sind. Auch hier sind die einfachen Bekleidungsstücke aus Baumwolle und reichen hin bis zu der feinsten Seide, jeweils auch ausgewählt dem Anlass entsprechend.

Die Männer kleiden sich in Indien nicht so oft wie die Frauen traditionell, denn die Frauen haben nicht nur die Sarees zur Auswahl, sondern auch für den Alltag den Salwar Kameez. Dieser kommt ursprünglich aus dem Punjab und wird deshalb auch umgangssprachlich Punjabi genannt. Diese Salwarar Kameez besteht aus einer weiten Hose, einer Kurti und einer Dupatta.

Die Kurti oder Kurta ist ein Begriff, für ein langes Shirt, welches locker sitzt und kann in ihrer Länge variieren.

Möchte man Männer und Frauen in traditioneller Kleidung sehen, dann bietet sich das Fest „Diwali“ (Lichterfest) an. Hier ist es Tradition, dass etwas Neues gekauft wird, ein neuer Saree, neuer Salwar etc., da dieses Fest auch mit dem hinduistischen Neujahrsfest zusammenfällt.

Speisen und Essvorschriften

Das indische Essen ist so mannigfaltig wie das Land. Es gibt regionale Unterschiede in der indischen Küche die geprägt sind von religiösen Tabus und strengen Essvorschriften. Die große Mehrzahl der Inder-Hindus sind Vegetarier und der Verzehr von Fleisch wird abgelehnt, wobei es auch Ausnahmen gibt. Besonders geschätzt wird im Hinduismus die Kuh, daher wird in ganz Indien kaum Rindfleisch verzehrt. Das Schwein gilt bei den Hindus sowie den Moslems als unrein, obwohl sie eine reichhaltige nicht-vegetarische Esskultur entwickelt haben. Man findet daher in der indischen Küche hauptsächlich Geflügel- und Lammgerichte. Eine Ausnahme bildet Goa, wo man ein herrlich leckeres und scharfes Schweinefleischgericht namens Vindaloo erhält.
Die strengsten Speise- und Essvorschriften haben die Jains, denn sie nehmen nur Gemüse zu sich, das über dem Erdboden wächst, damit sie bei der Ernte von Wurzeln und Knollen die Erde nicht verletzen.

Geht es um den Verzehr von Speisen, dann wird in Indien traditionell mit der rechten Hand gegessen. In den dörflichen Haushalten findet man oftmals kein Besteck, dort wird ganz traditionell von der Taliihreren gegessen, einem Teller aus Silberstahl mit einem Rand. Als „Besteck“ dient das Brot wie Roti, Bakri oder andere Flache Brote, mit denen die Speisen aufgenommen werden. Die modernen Inder in den Städten und Metropolen sind das schon weiter und greifen auf moderne Teller und Bestecke zurück.

Geht es um die Getränke, dann ist Indien das Land der Teetrinker. Indischen Chai „Tee“ erhält man an jeder Straßenecke und im Zug gibt es den Chai-Wallah, der den Reisenden dort den frischen Tee serviert. Chai wird mit viel Milch, Ginger und anderen Gewürzen aufgekocht, da kommt es ganz auf den Geschmack an. Zum Essen wird Wasser gereicht und davon reichlich, aufgrund der Schärfe und Hitze. Alkohol wird von den Indern verpönt und nie öffentlich getrunken oder bei Festen serviert.
Gekühltes Lassi, das ein Joghurtgetränk ist, Fruchtsäfte, und Rosenmilch dienen als Dessert oder als kühlende Zwischenmahlzeit. Besonders erfrischend und gesund ist der Saft der jungen und noch grünen Kokosnuss. Auch das bekommt man oftmals an jeder Straßenecke angeboten für wenige Rupees. Den Saft erhält man direkt aus der frischen Kokosnuss, die vor einem geöffnet wird.

Inder sind Süße! Sie lieben Süßes und diese Süßigkeiten sind zumeist aus Milch, Ghee und viel Zucker hergestellt. Die Sweet Stalls gehören einfach zum indischen Straßenbild und fallen auf durch die vielen bunten, oftmals grellbunten Süßigkeiten, die auch teilweise mit essbarer Silberfolie verziert sind. Gerade bei den Festlichkeiten und Festival dürfen die süßen Sachen nicht fehlen. In den Tempeln kann man die Süßigkeiten als Prasadam kaufen, das sind von den Göttern gesegnete Speisen für die Pilger und Gläubigen.

Festivals

Indische Festivals: Das ist Farbe, Fröhlichkeit, Gebete und Rituale. Wer nach Indien kommt, wird schier überwältigt von dem Ausmaß und der Vielfältigkeit der indischen Festivals. Es vergeht im Land wohl kaum ein Tag, wo irgendwo im Land nicht ein Fest gefeiert wird.
Eines der größten Festivals ist Diwali, das Lichterfest. Hier werden die Rückkehr von Lord Rama und Sita aus ihrem Exil gefeiert. Dieses Fest ist an keinem bestimmten Tag gebunden, sondern richtet sich nach dem Mondkalender und wird zwischen der 2. Oktober Woche und der vorletzten November Woche gefeiert. Zelebriert wird das Fest mit viel Beleuchtung, Diyas, Verwandtenbesuche, Essen, Süßigkeiten, Geschenke und Feuerwerke.

Ein ebenso großes Festival wird am 15.August gefeiert und ist auch einer der Wichtigsten, denn an diesem Tag im Jahr 1947 wird die Unabhängigkeit Indiens erklärt. HOLI, das Fest der Farben! An diesem Tag wird der Start des Sommers gefeiert. Auch dieser Tag ist kein festgelegter Feiertag und variiert jedes Jahr. Am Tag zuvor in der Nacht werden überall auf den Straßen Feuer entzündet, um die bösen Geister zu vertreiben. Man sieht die Menschen betend dort und geben dem Feuer Opfer dar.

Dann gibt es noch andere Festivals die über das ganze Land gefeiert werden, wie Ganesh Chaturthi, Krishna janmashtami, Gandhi Jayanti, Baisakhi, Pongal, Mahavir Jayanti, Guru Purnima und viele viele mehr.

Die Inder sind der Meinung, dass die Feste Freude und Glück ins Leben bringen und wenn sie diese feiern, dann können Sie die Botschaft über Glück, Brüderlichkeit, Menschlichkeit und Freude untereinander verbreiten und zusammenleben wie eine Familie und eine Gemeinschaft.

Religionen

Die größten Religionen in Indien sind der Buddhismus, Jainismus, Christentum, Hinduismus, Islam und der Sikhismus. In Prozent teilen sie sich wie folgt auf: 80,5 % Hindus, dann folgen die Moslems mit 13,4%, die Christen mit 2,3%, Sikhs mit 1,9%, 0,4% Jainas und dann die restlichen wie beispielsweise Bahai, Parsen und Adivasi mit 0,6%.

Der Hinduismus

Seinen Ursprung hat der Hinduismus in den frühen Vorstellungen der Arier, die vor über 4.000 Jahren nach Indien kamen. Doch der Hinduismus ist nicht nur eine Religion, sondern auch eine Lebensart und eine Philosophie. Im Hinduismus wird nicht auf einen Propheten mit seinen Lehren zurückgegriffen oder eine Heilige Schrift, sondern es werden alle anderen Religionen respektiert. Hier werden die Unsterblichkeit der menschlichen Seele gelehrt und die drei Hauptwege, welches die Vereinigung der Seele des Einzelnen mit dem alles durchdringenden Geist ist. In dem Lied des Herrn, der Bhagavad Gita wird das Wesen des Hinduglaubens verkörpert.

Die Grundlage des Hinduglaubens sind das Kasten-System, Karma, Samsara, Moksha und die Veden. Übersetzen kann man das Kasten-System nicht, doch dann kommt das Gesetz von Ursache und Wirkung, das den Kosmos und das Schicksal des Menschen bestimmt, die Wiedergeburt und dann hin bis zur Erlösung und zuletzt die vedischen Schriften. Die Veda, das heilige Wissen ist jedoch nicht menschlichen Ursprungs sondern kommt von der höheren Erkenntnis und ist durch die „Seher“ erschaut worden. Lange Zeit wurde das heilige Wissen nur mündlich wiedergegeben, bis sie in Sanskrit niedergeschrieben wurden. Insgesamt gibt es vier Veden: Yajur, Atharva, Sama und Rig.

Die hinduistischen Götter sind Brahma, der Erschaffer, Vishnu, der die Weltordnung herstellt, Shiva, der Zerstörer und Spender neuen Lebens und die drei Götter zu vedischer Zeit, Indra der Kriegsgott, Varuna, der Herr der ewigen Ordnung und Agni der Feuergott.

Doch der am meisten geliebte Gott ist Ganesh, der Gott mit dem Elefantenkopf; er wird als Sohn von Shiva und Parvati angesehen.

Der Islam (Moslems)

Dieser Glaube kam im 7.Jahrhundert durch arabische Händler nach Indien. Dann kamen die Afghanen und die Moguls. Bei den Moguls war der spätere Kaiser Akbar der erleuchtetste und durch ihn entstand fast eine neue Religion, die Din-e-Elahi, welche aus dem Hinduismus und dem Islam geformt war. Über Jahrhunderte hatte der Islam eine wahre Blütezeit in Indien und die islamischen Bürger haben seit 1947 sogar einige der höchsten Stellen im Land bekleidet.

Die Sikhreligion

Gegründet wurde die Sikhreligion im 15. Jahrhundert durch Guru Nanak, der in einer höherkastigen Familie geboren wurde. Er unterstrich die Brüderlichkeit der Menschen und die Einheit Gottes. Dadurch, dass es eine Bejahung zu Gott gab, welches die einzige und oberste Wahrheit war und den Idealen von Disziplin und geistigen Streben, verschaffte es der Religion schnell viele Anhänger.

Der 4. Guru Ramdas war der Begründer des goldenen Tempels in Amritsar, wo sich heute auch das religiöse Zentrum der Sikhreligion befindet. Kaiser Akbar achtet Guru Ramdas. Die Sikh sind als das Kriegervolk bekannt, das kommt daher, dass viele Gurus von den moslemischen Herrschern gefoltert und getötet wurden. Aufgrund dessen veränderte sich die Gemeinschaft zu einem militanten Orden, in dem das Ziel war den Glauben auch mit Waffengewalt zu verteidigen. Die Sikh fallen auf durch ihren besonderen Charakter, der im Volksmund als die 5 „Ks“ bekannt sind, denn jedes der Symbole fängt mit „K“ an.

Kesh ist das ungeschnittene Haar. Männer schneiden ihr Haupthaar und auch ihren Bart nicht und tragen zusätzlich einen Turban. Kangha, ist ein hölzerner Kamm, der als Zeichen der Sauberkeit gilt, und wird in den Haaren getragen. Kacha, sind besondere Baumwollunterhosen zur Erinnerung an die sexuelle Mäßigung. Kara, der Stahlarmreif, der zum Ausdruck bringt, dass man zur Wahrheit verpflichtet ist. Zuletzt noch Kirpan, der Dolch. Er ist das Symbol dafür, dass es für Ehrensache ist für die Khalsa, die Armen, Unschuldigen, Schwachen und Armen zu verteidigen. Schneidet ein Sikh Mann seine Haare, gilt er als Patit (Abtrünniger).

Gesellschaft & Leute

Die Bevölkerung

Indien ist nach China das bevölkerungsreichste Land der Welt und demnach kann man sagen, dass jeder fünfte Einwohner der Erde ein Inder ist. Das Durchschnittalter der Inder liegt bei ca. 24 Jahren und die Männer haben eine Lebenserwartung von ca. 63 Jahren und die Frauen von 65 Jahren, laut einer Studie im Jahr 2006.

Indien ist ein Vielvölkerstaat; ca. 70% sind Indoarier und 26% Draviden, die hauptsächlich im Süden des Landes zu finden sind. Der Rest entfällt auf die sonstigen Völkergruppen.

Der Norden wird von den hellhäutigen groß gewachsenen Indiden bewohnt, der ersten ethnischen Hauptgruppe und im Süden findet man die sogenannten Schwarzinder sowie auch im Südosten, das sind die Melaniden, welches die zweite ethnische Hauptgruppe ist.
Die Bevölkerung des Himalajas und des Nordostens gehört zu den Mongoliden. Die Weddide, die Eingeborenen leben in den Wäldern des Dekan und nur allzu oft wird vergessen, dass es auch noch die „Ureinwohner“ gibt. Von den Divasi gibt es schätzungsweise 80 Millionen.
Reisanbau, Ackerbau und Viehzucht, sind der Lebensunterhalt für die Mehrheit der indischen Bevölkerung.

Die Gesellschaft Indiens

Das Hauptmerkmal der indischen Gesellschaft ist das Kastensystem und jeder Mensch wird aufgrund seines Karmas in eine bestimmte Kaste hineingeboren. Zudem ist die Zugehörigkeit vererbbar und die Kaste bestimmt nicht nur den Ehepartner, sondern auch das ganze Leben.

Es gibt vier große Hauptkasten, das sind zum einen die Brahmanen, welches die Lehrer sind. Sie führen die Menschen auf den richtigen Weg und geben auch spirituelle Führung. Zudem lehren die Brahmanen das Wissen und die Rituale der Veden. Die Kriegskaste sind die Ksatriyas. Ihre Aufgabe ist es, die Menschen zu schützen und das Land zu verteidigen. Die Bauern und Geschäftsleute sind die Vaisyas und sorgen für das notwendigste der Gesellschaft. Zuletzt noch die Sudras oder auch Arbeiterklasse, die mit ihrer Arbeit dazu beiträgt, dass es der Gesellschaft wohlergeht.
Die Inder, die keiner dieser Kasten angehören, werden Harijans oder Paria genannt, was übersetzt die „Unberührbaren“ heißt.

Doch wer nun denkt, das eine Kaste etwas aussagt über den Wohlstand oder die Armut der Menschen der liegt falsch, denn in diesem System geht es um die rituelle Reinheit und den einzelnen Aufgabenbereich.
In der heutigen modernen Zeit ist es verboten, Menschen auszugrenzen, aufgrund ihrer Kastenzugehörigkeit, aber dennoch ist das Kasten-System in der indischen Gesellschaft wichtig. Gerade dann, wenn es um Eheschließung geht oder um die Berufswahl.

Indische Kunst

Malerei, Musik und Tanz in Indien

Schon sehr lange bestehen die drei grundlegenden Kunstformen Musik, Tanz und Malerei in Indien und es gibt viele Anzeichen dafür, dass die ersten Formen schon in der Induskultur bestanden. Aufgrund dessen, das Indien durch viele andere Kulturformen geprägt wurde und eine bewegende Geschichte hat, sind die traditionellen Kunstformen entweder beeinflusst worden oder aber verdrängt worden. Dennoch kehren einige dieser Kunstformen wieder auf in der heutigen Zeit, da die Künstler Interesse zeigen, und rufen somit wieder die traditionellen indischen Werte in die Gedächtnisse zurück.

Die indische Malerei

Während der Induskultur traten schon die ersten Malereien auf, wobei diese Kunstformen noch eher primitiv waren und sich dabei auch noch zum größten Teil auf Keramik beschränkte. In der Zeit der Gupta finden sich die ersten größeren Kunstwerke, wobei hier die Höhlenmalerei von Ajanta erwähnenswert ist. Im Mittelalter dann wurde die Malerei wichtig, aufgrund des Auftretens der islamischen Kunst. Das war auch der Entstehungszeitpunkt der traditionellen indischen Malerei, die erkennbar ist durch ihre kräftigen Farben und den Darstellungen von Buddha in den unterschiedlichsten Formen. In der Kolonialzeit wurde die indische Malerei dann „verwestlicht“ und zunehmend dem Stil Europas angepasst und damit verlor sie ihren ursprünglichen charakteristischen Stil. In der heutigen modernen Zeit findet man wieder mehr und mehr die traditionelle Malerei, welche mit dem Stil der westlichen Kunst vermischt wird.

Indische Musik

Auch in Indien unterscheidet man zwischen klassischer Musik, Volksmusik und der modernen Popmusik. In der klassischen Musik gibt es dann noch die „Karnatische Musik“, welche schon recht lang existiert und über zahlreiche Variationen verfügt, im Gegenteil dazu ist die „Hindustane Musik“ eher persisch geprägt.

In der indischen Musik gibt es kaum große Arrangements, sondern hauptsächlich nur Solo-Künstler und auch Konzerte sind die Ausnahme und musizieren doch einmal mehrere Musiker zusammen, dann ist das in den meisten Fällen improvisiert. Was die klassische indische Musik ausmacht, ist die Harmonie, die im Rhythmus und der Melodie liegen.

Gleichgesetzt mit der Deutschen oder europäischen Volksmusik ist auch die indische Volksmusik von den unterschiedlichen Regionen geprägt, was sich in den unterschiedlichsten Liedern, Texten und Instrumenten widerspiegelt sowie in den verschiedenen Dialekten. Volksmusik wird zumeist zu den Festen gesungen.

Bei der indischen Popmusik handelt es sich um die Musik, die im Alltag gespielt wird. Doch auch sie kann traditionelle Elemente enthalten. Die indischen Popsongs stammen in den meisten Fällen aus den aktuellen oder älteren Bollywood-Filmen.

Der traditionelle indische Tanz

In Indien bestehen sieben verschiedene traditionelle Tanzstile und allen nehmen einen besonderen Stellenwert ein, da sie als religiöse Handlung angesehen werden.

Die sieben Tanzstile sind Bharatnatyam, Kathakali, Kuchipudi, Mohinytam, Odissi und der Manipur Tanz. Jeder hat nicht nur eine Bedeutung, sondern nimmt auch einen besonderen Stellenwert ein und jeder Einzelne benötigt eine teilweise mehrjährige Tanzausbildung.

Wer in Indien ist oder nach Indien reist, der sollte sich nicht entgehen lassen einen der atemberaubenden Stoffe zu kaufen, die es dort gibt, denn diese Stoffe stellen eine Verbindung aller Kunstformen Indiens dar.

Schmuck

Silber- und Goldschmuck werden schon seit Jahrtausenden in Indien in traditioneller Form hergestellt. Die Inder lieben ihren Goldschmuck und pflegen zum Gold eine schon innige Beziehung. Gold, das bedeutet mehr als nur Schmuck oder Edelmetall, es ist ein Symbol – ein Symbol für Sicherheit und Wohlstand. Goldschmuck tragen in Indien nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer. Die typischen goldenen Schmuckstücke sind Nasen-Stecker, Armreifen, Ohrringe, Halsketten, Zehen- und Fingerringe. Doch es muss nicht immer Gold sein, denn auch Silberschmuck ist in Indien populär. Zumeist sind es kleine Familienbetriebe, die ihre Werkstätten direkt im Wohnhaus integriert haben. Die Qualität ist immer abhängig davon, wie handwerklich begabt die Kunsthandwerker sind. In den unterschiedlichsten Herstellungsprozessen, oftmals von verschiedenen Handwerkern wird ein Schmuckstück gefertigt. Das Zentrum für Silber- und Edelsteinschmuck Indiens liegt in Jaipur (Rajasthan) wo geschätzte 28.000 Personen in diesem Gewerbe tätig sind.

Gold wird in großen Mengen von den Eltern der Braut eingekauft, das beginnt nicht erst kurz vor der Hochzeit, sondern beginnt kurz nach der Geburt des Mädchens. Denn das Gold dient als Teil der Mitgift und dient als einzige finanzielle Sicherheit der Frau.

Auch so hat Gold in Indien einen hohen Stellenwert und gilt zudem als Symbol für Reinheit, Vorsehung, Sicherheit und Wohlstand. Die Inder haben gelernt, auf das Gold zu vertrauen und behandeln es daher mit Respekt.

Tempel

Intensive Spiritualität und frommer Glauben, das ist der Grund für die Überfülle an Tempeln in Indien. Es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, dass es hundert Tausende von Tempeln in Indien gibt. Da gibt es große, kleine, für jeden Gott einen anderen, in den Bergen, in den Dörfern, in den Städten, manchmal ganz unscheinbar an der Straßenecke oder zwischen zwei Häusern und dann aber auch die großen und sehr beeindruckenden Tempelanlagen.

Die größte Sammlung von den verschiedensten Tempeln und Pilgerstätten findet man in Südindien an der östlichen Küste. In Rajasthan in Ranakphpur findet man Jain-Tempel, die imposante Säulenhallen aus Marmor enthalten und in Nord-Indien in Khajuraho kann man erotische Skulpturen an den Tempelwänden bestaunen.

In ganz Indien gibt es 12 große Shiva-Tempel und sie sind das heiligste Für alle Shiva-Anhänger. Die Tempelanlagen sind wie folgt aufgeteilt: 2× Gujarat, 5× Maharashta, 1× Tamilnadu, 1× Andra Pradesh, 1× Madhya Pradesh, 1× Jharkhand, 1× Uttar Pradesh und 1× Uttaranchal.

Weiterhin gibt es die beruehmten Tempel Birla Mandir, gelegen in Delhi; er ist Laxmi der Göttin des Reichtums und Narayana (der Retter) gewidmet. Im Staat von Orissa in der Nähe der Heiligen Stadt Puri befindet sich der Sonne-Tempel – Konark, der dem Sonnengott geweiht ist. Zudem findet man nähe Puri auch den Lord Jagannath Tempel.

Den bekanntesten aller Tempel muss man nicht erwähnen, der Goldene Tempel in Amritsar. Anlaufpunkt vieler Gläubigen und der Mittelpunkt des Sikhglaubens.

Die hinduistischen Tempel sind abgesehen davon, dass sie Gotteshäuser sind, auch wichtig für das soziale und kulturelle Leben. Sie sind die ökonomische Mitte, hier trifft man sich, meditiert, betet und genießt eine Auszeit vom „Alltag“. Tempel sind wundervolle Denkmäler und stellen einen Teil des indischen kulturellen Erbes dar.

Sprache

In Indien sind mehr als 1.600 Sprachen verbreitet. Die überregionalen Amtssprachen sind Hindi und Englisch und dann gibt es weitere 21 regionale Amtssprachen, wie beispielsweise Gujarati, Kannada, Nepali, Kashmiri, Punjabi, Sanskrit, Sindhi oder Urdu.

Sechzehn der indoarischen Sprache, vier der dravidischen, eine der tibetoburmesischen und eine der austroasiatischen Sprache sind in den insgesamt 23 Verfassungssprachen enthalten.

Dazu kommen noch die verschiedenen Schriften, was das ganze nochmals erschwert. Hindi als überregionale Verkehrssprache zu etablieren ist fehlgeschlagen und war nur im Norden erfolgreich. Das Ganze führt dazu das die Inder die im Süden leben, mit den Indern aus dem Norden Englisch sprechen und umgekehrt.

Der Bildungsstand ist sehr niedrig, gerade was die Bevölkerung auf dem Land angeht oder den Teilen, die touristisch noch nicht so gut erschlossen sind, was dann dazu führt, dass man kommunikative Probleme haben kann. In den Restaurants oder Geschäften, auch bei den Rikschas und den Taxis gibt es zumeist keine Probleme, denn hier reichen die Englischkenntnisse für das grundlegende aus.

Wirtschaft & Politik

Indien erlebt seit rund 10 Jahren einen Wirtschaftsboom. So kann sich die heutige Generation Dinge leisten, die sich ihre Eltern nur erträumen konnten. So war es beispielsweise noch zum Jahrtausendwechsel ein wahrer Luxus, wenn sich eine Familie einen Kühlschrank geleistet hat. Heute findet man mindestens einen in jeder Mittelklasse-Familie. Auch ein Auto war Luxus oder eine eigene Wohnung sowie der westliche Luxus – heute sind all diese Dinge ein Lebensbestandteil der Inder geworden.
Kurz gesagt, die junge Generation ist sehr materialistisch orientiert, denn es ist wichtig zu „besitzen“, denn der Besitz zeugt von einem gewissen Lebensstandard und Status. Wobei gerade der Status das A & O vieler Inder ist. Trotz alledem gibt es auch noch relativ viel Armut in Indien und das nicht nur „arm", sondern absolut arm, das heißt Bettelstatus.

Indien verfügt nicht über eine soziale Absicherung wie Europa, wer hier keine Arbeit hat, der muss sehen, wie er sich versorgt. In Indien gibt es Staaten, die noch jenseits der Armutsgrenze leben, wie Uttar Pradesh, Maharashta und Bihar, denn dort funktioniert die Infrastruktur kaum.

Sieht man ein Slum in Indien und davon gibt es mehr als reichlich, ist immer noch ein Zeichen von dem Elend der Bewohner. Sieht man Slums innerhalb einer Großstadt, dann ist das oft eine Dorfgemeinschaft innerhalb der Stadt. In den meisten Fällen haben die Bewohner Arbeit und einen geregelten Lebensablauf. Auch wenn es keine noble Arbeit ist, sie sind stolz darauf was sie leisten, denn sie müssen nicht betteln gehen und können überleben.
Es gab eine Zeit in Indien da gab es nur eine kleine Schicht die Reich war, der Rest war arm. Mit dem Aufkommen der Mittelschicht hat sich der Reichtum umverteilt, aber die Armen des Landes, bzw. die Ärmsten haben immer noch nicht mehr.

Indien ist eine Demokratie und selbst sagt Indien von sich, dass es die größte der Welt ist. Vom zentralistischen Kongress über kommunistische Staaten bis hin zum mittelalterlichen Feudalsystem und dann weiter über traditionelle Dorfräte, Bioprodukte, Ökotourismus und vielen mehr, was sucht man noch mehr in einer Demokratie. Man muss sich vor Augen führen, dass in Indien knapp eine Milliarde Menschen leben und das in mehreren unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen Tür an Tür. Daher sind Spannungen nicht zu umgehen, jedoch sind diese nicht so sensationalistisch wie die Schlagzahlen sie oftmals wiedergeben, gerade in den westlichen Zeitungen.

Das politische System

Die Union Regierung oder auch Zentralregierung, so wird die indische Regierung genannt und besteht aus 28 Bundesstaaten, dem Hauptstadtterritorium und 6 Unionsterritorien. 1949 wurde die Verfassung Indiens angenommen und trat dann im Januar 1950 in Kraft. Die Verfassung ist demokratisch ausgelegt und hat eine westliche Prägung, daher ist sie der Gerechtigkeit, Freiheit, Gleichheit, Gewaltenteilung und dem Föderalismus verpflichtet.
Die Verfassung besteht aus drei staatlichen Institutionen, der legislative (Parlament), der Exekutive (Präsident, Premierminister und Generalanwalt) und der Judikative, in der an der höchsten Stelle das Oberste Gericht steht, welches in Neu-Dehli seinen Sitz hat. Das Oberste Gericht besteht aus 26 Richtern, die vom Präsidenten ernannt werden.

Das Parlament ist der Rat der Staaten (Oberhaus) und die Abgeordneten werden dort nicht hineingewählt, sondern es besteht aus 238 Abgesandten der 28 Bundesstaaten und der Unterterretorien sowie aus 12 Vertretern der Künste, sozialen Dienste und Wissenschaften, die vom Präsidenten ernannt werden.

Das Unterhaus ist das Haus des Volkes und enthält nicht mehr als 550 Vertreter, die direkt gewählt werden. Das Unterhaus kann jederzeit aufgelöst werden, muss aber spätestens alle 5 Jahre neu gewählt werden. Das Oberhaus hingegen ist stetig, wobei der dritte Teil alle zwei Jahre neu bestimmt wird.

Im Oberhaus hält der Vizepräsident den Vorsitz und im Unterhaus ein gewählter Sprecher. Geht es um Abstimmungen, dann müssen sich die Vorsitzenden enthalten, gibt es aber eine Stimmengleichheit, dann ist seine Stimme entscheidend.

Im Parlament besteht seit 2010 eine Frauenquote, wobei nun ein Drittel der Abgeordneten Frauen sein müssen.

Oberkommandierer der Armee und das Staatsoberhaupt ist der indische Präsident, der von einem Gremium für fünf Jahre gewählt wird. Der Premierminister ist der Regierungschef von Indien und untersteht dem Präsidenten. Geht es um juristische Fragen, dann steht der Regierung der Generalanwalt beratend zur Seite.

Im Allgemeinen gilt Indien eher als politisches instabiles Land, deswegen tut sich die Demokratie teilweise recht schwer. So wurde schon mehreren Bundesstaaten die Macht entzogen und unter die Regentschaft des Staatspräsidenten gestellt, seitdem die Unabhängigkeit Indiens erklärt wurde. Für diese drastische Maßnahme waren zumeist politische und/oder militärische Unruhen die Ursache. Es gibt nicht viel mehr Parteien in Indien, als in anderen Ländern und ohne Koalitionen würde auch in Indien nichts gehen, wenn es um die Regierungsbildung geht. Dabei spielt es keine Rolle, um welche Ebene es sich handelt. Es ist keine Ausnahme der Koalitionen aus sechs oder mehr Parteien, sondern das ist eher „normal“.

Nationale Symbole

Das nationale Symbol Indiens

Aus dem Sarnath Lion Capital von Kaiser Ashoka, der von 268–232 vor Christus das Land regierte, stammt das nationale Symbol Indiens. Die Ashoka-Säule zeigt vier Löwen auf einer Säule, mit einem Elefanten, einem Pferd, einem Stier und einem Löwen, die durch einen Lotus auf der Basis getrennt sind. Ebenso enthält die Säule das Rad des Gesetzes (Dharma Chakra).

Das Wappen (National Symbol) wurde von der indischen Regierung am 26.01.1950 verabschiedet und das offizielle Symbol zeigt nun nur noch drei Löwen anstatt vier mit dem Dharma Chakra in der Mitte der Basis sowie einem Stier und Pferd auf den beiden Seiten. Zudem ist in Devanagari-Schrift die Basis mit einem Satz versehen, der eingraviert ist. Dieser Satz „ Satyameva Jayate“ ist ein ganz einfacher Satz, jedoch eine starke Idee für das Volk Indiens. "Nur die Wahrheit siegt".

Der Nationalvogel

Der indische Pfau ist der Nationalvogel Indiens. Der Pfau symbolisiert Anmut, Stolz und Schönheit und sie wurden schon in der indischen Mythologie und in den Volkssagen verwendet. Pfauen findet man in ganz Indien, gerade wenn man südlich oder östlich reist. Er steht unter Naturschutz und wird durch den Wildlife Protection Act aus dem Jahre 1972 geschützt.

Das nationale Tier

Der indische Tiger ist das Nationaltier Indiens und ist offiziell als Panthera tigris oder als Royal Bengal Tiger bekannt. Respektiert wird er aufgrund seiner Kraft und Anmut sowie seiner unglaublichen Macht.
Wurde er früher noch aufgrund seines Fells getötet, wird er jetzt von der Bevölkerung geschützt und die Regierung begann 1973 das Projekt „Tiger“, welches auch durch den WWW (World Wildlife Federation) unterstützt wird. Es gibt ein ganzes Netzwerk von Tiger Reserven in Indien, in denen Menschen und tiger nebeneinander existieren und leben. Momentan gibt es nur noch ca. 2000–2500 Tiger in ganz Indien und die Inder arbeiten hart daran, dass das National Tier erhalten bleibt.

Die Nationalblume

Die offizielle Blume von Indien ist der Lotus. Er symbolisiert Ehe, Glück und eine lange Lebensdauer. Des Weiteren steht er auch für den Triumph, denn der Lotus ist fest im Schlamm verwurzelt und überlebt auch bei Wassermangel. Trotzdem, dass er im Schlamm wächst, ist er rein und es entsteht aus ihm eine wunderschöne Blume, wodurch die Reinheit des Herzens und des Geistes symbolisiert wird. Zudem hat der Lotus für alle Hindus eine besondere Bedeutung, denn er ist das Symbol Gottes und wird oft in den religiösen Zeremonien verwendet.

Der Nationalbaum

Indiens Nationalbaum ist der Banyan. Er ist riesig und seine Wurzeln sind größer als bei allen anderen bekannten Bäumen. Sie können ganz leicht über mehrere Hektar verteilt sein. Es entstehen immer wieder neue Triebe aus den Wurzeln, sodass ein einziger Baum ein Gewirr von Wurzeln, Stämmen und Zweigen sein kann. Der Baum ist unglaublich langlebig und wird aufgrund dessen auch als der unsterbliche Baum angesehen.

Dieser Baum dient gerade in den Dörfern als Treffpunkt für Gemeinderäte und Sitzungen und ist Mittelpunkt des Dorfes.

Die Nationalfrucht

Die Nationalfrucht Indiens ist die Mango. Seit Urzeiten wird diese Frucht in Indien angebaut und es bestehen über 100 verschiedene Sorten dieser Frucht. Sie alle unterscheiden sich in der Farbe, der Größe und der Form und werden aufgrund ihres süßen Saftes, des Fruchtfleischs und ihrer hellen Farbe genossen.

Die Frucht kann genossen werden, wenn sie gelblich bis Gelb ist oder aber zu Pickles und Chutneys verarbeitet, werden, solang sie noch grün ist. Mangos sind reich an Vitamin A, C und D.

Nationalhymne Indiens

Jana Gana Mana, das ist der Name der Nationalhymne von Indien und wurde von Rabindranath Tagore geschrieben. Jedoch nicht als Nationalhymne, sondern als Gedicht zum Anlass des Besuchs des englischen Königs im Jahr 1911. Die Briten waren der Auffassung, dass es sich um eine Hymne an ihren König handelt, wobei Tagore unter Bharat Bhagya Vidhata „Indiens Schicksalslenker“ Gott verstand. Die National Hymne wurde im Januar 1950 dann offiziell durch die verfassungsgebende Versammlung als Nationalymne angenommen.

Übersetzter Text:
Herrscher über den Geist des Volkes,
Heil Dir, Indiens Schicksalslenker!
Im Punjab, Sindh, in Gujarat, Maratha, Dravida, Utkal und Bengalen,
über das Vindhya-Gebirge, den Himalaya,
durch die Yamuna, den Ganges,
über die hohen Wogen des Ozeans,
Dein glück verheißender Name möge erwachen.

Sie erbitten deinen Glück verheißenden Segen,
Sie singen dein Siegeslied.
Glückbringer des Volkes,
Heil Dir, Indiens Schicksalslenker!
Heil Dir! Heil Dir! Heil Dir!
Heil, Heil, Heil, Heil Dir!

National Games

Viele der in Indien verbreiteten Sportarten sind bekannt geworden durch den Einfluss der englischen Kolonialherrschaft. Cricket ist die beliebteste Sportart, gefolgt von Hockey und Polo.

Die Regeln des Cricket sind recht kompliziert, wobei die wichtigsten Grundregeln recht schnell erlernbar sind. Indien verfügt über eine Nationalmannschaft sowie über viele kleine Klubs bis hin zu den großen IPL-Klubs.

Auch im Hockey ist Indien mit einer Nationalmannschaft aufgestellt, doch dieser Sport steht an zweiter Stelle nach Cricket, gefolgt von Polo.

Flora & Fauna

Nicht nur die Kultur Indiens ist vielfältig, sondern auch die Flora und Fauna des Landes. So zeichnet sich die Vegetation Indiens besonders durch die vielen verschiedenen Sorten von Bäumen aus. Man findet nicht nur die üblichen Laubbäume, wie beispielsweise Eichen und Kastanien, sondern auch seltene Arten wie Rhododendren Bäume und die Nadelwälder bestechen mit Zedern und Kiefern. Zudem hat Indien auch sehr viel ausgefallene Baumarten, wie Salbäume und Teakbäume, sowie die verschiedensten Arten von Sandelhölzern und Bambus. Dann findet man in den salzhaltigen Gewässern Mangroven und in den trockenen Gebieten Niembäume.

Nennenswert sind auch die seltenen Blumenarten zu nennen, wie die Unterarten der Orchidee, die in den Regenwäldern Indiens wachsen. Hier muss betont werden, dass auch die Regenwälder in Indien bedroht sind, denn viele mussten schon den Kulturlandschaften weichen und somit wurde die ursprüngliche Vegetation verdrängt aus ihren natürlichen Vorkommensgebieten. Trotz vieler Schutzmaßnahmen nimmt die Gefährdung der Wälder, des Dschungels und der Regenwälder kein Ende, denn die Einwohnerzahl Indiens steigt stetig.

Spricht man von Indiens Tierwelt, dann fällt einem sofort der indische Tiger ein oder der Elefant und das ist auch richtig, denn diese beiden sind die prächtigsten der Welt. Den Tieren Indiens geht es wie den pflanzen, aufgrund des ständig weiter zerstörten Lebensraums weil die Zahl der Tiere stark eingeschränkt. Das gleiche Problem wie Elefant und Tiger erleben auch die Löwen im Gujarat. Dort findet man sie nur noch im Nationalpark „Sasan Gir National Park“ im Gujarat, der auf der Halbinsel Kathiawar liegt.

Andere Raubkatzen Indiens sind die Leoparden und Mungos. Zudem wird der Himalaja von dem recht seltenen Schneeleopard bewohnt. Ein weiteres gewaltiges Tier Indiens ist das Panzernashorn, welches den Dschungel Indiens bewohnt. Andere Tierarten Indiens sind die vielen verschiedenen Hirscharten, Affen und andere Kleintiere.

Zudem leben in Indien rund 1.200 verschiede Vogelarten, wobei der Pfau als National Tier gilt, wie bereits erwähnt. Geht es um die Reptilien in Indien, dann manchen die Schlangen sowie die Krokodile den Hauptteil aus und ganz selten, findet man den Ganges Gavial, neben dem es noch einige Tausend andere Fischarten gibt, in den Gewässern von Indien. Ganz besonders selten ist der Gangesdelfin, den man nur mit sehr viel Glück beobachten kann, unternimmt man eine Bootsfahrt.