BCT-Touristik

Indien & Himalaya Königreiche

Pushkar Mela Festival

Das Pushkar Mela wird auf unserer Nordindien Reise Kaleidoskop Indien im Oktober/November besucht.

Reisenotizen vom Pushkar Festival

Heißluftballon über dem Kamelmarkt

Nach stundenlanger Busfahrt nähern wir uns dem Ziel. Inzwischen sind alle etwas genervt, auch dressierte Tanzbären und die wunderschöne Berglandschaft können auf Dauer nicht für die Ruckelei auf der ziemlich mäßigen Straße entschädigen.

Endlich! Eindeutige Signale von unserem allseits geschätzten Reiseleiter, wir sind in Pushkar, Gespannt starren wir aus dem Fenster. Wir erwarten natürlich, tausende von Kamelen zu sehen, immerhin sind wir auf dem größten Kamelmarkt der Welt! Erste Anzeichen des Marktes sind auch zu erkennen allerdings eher in Form von Andenkenständen. Nach Kamelen halten wir vorerst vergebens Ausschau, Und auch die Stände werden weniger. Plötzlich sieht man nur noch gelb! Geflüsterte Vermutungen, der Busfahrer könne sich eventuell verfahren haben, werden laut, als wir minutenlang durch das sandige Nichts fahren. Immerhin scheint die Sonne, der Himmel ist strahlend blau, und im Gepäck sind noch etliche Flaschen Wasser. Was soll uns schon passieren…

Etwas später erreichen wir entgegen allen Unkenrufen doch unser Zeltlager: The Royal Dessert Camp.

Kamelherde

Der Name täuscht nicht, die Zelte sind wirklich ausgestattet mit allem Komfort. Stabile Doppelbetten, eine Kofferablage, ein Schreibtischchen mit Stuhl. Der Boden ist bedeckt mit Strohmatten. Eine Warnung allen notorischen Barfußläufern: in der Wüste wimmelt es von… Kletten! Diese kleinen, lästigen, stacheligen Dinger sind überall. Dafür gibt es keine Moskitos (jedenfalls nicht in unserem Zelt). Nach Besichtigung der sanitären Anlagen (klein aber fein) und des Restaurant-Zeltes halten wir Siesta, und dann geht es endlich los in Richtung Festival. Erleichtert hören wir, dass der Weg nicht zu Fuß bewältigt werden muss, sondern dass Kamelkarren zur Verfügung stehen. Man muss sich nur im Rezeptionszelt melden, von dort wird alles Nötige in Bewegung gesetzt – das heißt, einer von den Kameltreibern spannt sein Tier an und lässt drei bis fünf Leute auf den Karren klettern. Los geht die Fahrt. Etwa eine halbe Stunde schaukeln wir durch die Gegend, da tauchen die ersten 'Trampeltiere´ auf. Beim Näherkommen sehen wir ihre prächtige Ausstaffierung. Schwarze Ringe wie mit Kajalstift gezogen betonen die Augen, bunte Zeichnungen verzieren Hals, Gesicht, Flanken der Tiere. (Haben Kamele ein Gesicht? Wer einmal in Pushkar war und diese unzähligen, verschiedenen Kamel-Gesichter sah, mit ihrer unnachahmlich hochnäsigen Mimik, der wird diese Frage nicht mehr stellen.) Trensen, an denen blaue, grüne, rosarote, weiße Bänder flattern, und Metallglöckchen, Nasenringe und Fußketten vervollständigen das Bild. Immerhin geht es darum, einen möglichst guten Preis zu erzielen, da werden natürlich alle Register gezogen. Die besonders stolz aussehenden Tiere mit ebenso stolzen Besitzern nehmen am Rennen teil, das sich über drei Tage hinzieht, Das Kamelrennen ist eine der vielen Attraktionen des Festes, ebenso wie das Wett-Melken, für das man aber ziemlich früh aufstehen muss, und die Folklore-Veranstaltungen.

Riesenrad

Wir fahren mitten durch den Kamelmarkt, hier sind die unzähligen Tiere, nach denen wir Ausschau gehalten haben. Bis zum Horizont nichts als Kamele, Kamele, Kamele. Halt – was ist das? RIESENRÄDER? Tatsächlich. Je näher wir dem eigentlichen Jahrmarkt kommen, desto lauter wird es, bis wir schließlich eintauchen in die dröhnende Geräuschkulisse. Pushkar Mela ist ein riesiger Rummel in der Wüste, und dazu gehören nun mal auch Riesenräder, quäkende Lautsprecher, fliegende Händler und natürlich unglaubliche Menschenmassen. Alles schiebt und drängt sich aneinander vorbei, Touristen aus aller Welt und aus allen Teilen Indiens vermischen sich mit den Rajasthanis, die hierher pilgern, um das Bad im Heiligen See zu nehmen.

Als gebildete BCT-ler kennen wir natürlich den Mythos von dem Gott Brahma, der hier in der Wüste nach einem geeigneten Ort suchte, um eine Opferstätte zu errichten. Während der Gott ausruhte, fiel ihm eine Lotusblüte aus der Hand, und an der Stelle entsprang eine Quelle. Daraus wurde der Pushkar-See. So entschied er sich, sein hier Opfer zu bringen. Ihm zu Ehren ist am Ufer des Sees der Tempel Brahmas, des Schöpfers errichtet worden, der einzige diesem Hauptgott gewidmete Tempel in Indien.

Gewinner Bart-Wettbewerb Pushkar Mela 2011

Auf der steilen Treppe, die zu dieser Gedenkstätte führt, herrscht während des Festivals dichtes Gedränge. Polizisten beaufsichtigen den reibungslosen Ablauf des Besuchs. Unten werden die Schuhe abgegeben, oben im Tempel schiebe ich mich zwischen den Gläubigen in Richtung Eingang. Die obligatorische Glocke, mit der jeder dem Gott seinen Gruß entbietet, klingt unaufhörlich. Jeder will sein Blumenopfer bringen. Ich verzichte, näher an die Statue heranzukommen und begnüge mich damit, dieses überwältigende Gewimmel zu bestaunen. Wenn ich da an die Kirchen in Deutschland denke…

Ein paar Schritte weiter liegt der See. Schon jetzt, während des Tages, baden viele Menschen in dem brakigen Wasser – da es ja nun mal heilig ist. Rings um den See haben die Dorfbewohner ihre Stände aufgeschlagen. Alles, was man sich nur denken kann, wird verkauft. Unter anderem auch dicke Wolldecken. Die Nächte in der Wüste sind kalt. Heilige Männer, die sogenannten "Sadhus", von oben bis unten mit weißem Puder bedeckt, wollen fotografiert werden - gegen Bakshish, versteht sich, Musiker spielen überall. Rajasthanische Puppenspieler zeigen ihre Kunst. Im Nu ist es Zeit, zum Treffpunkt zurückzukehren. Für einen Fußmarsch durch die Wüste bin ich heute doch nicht ganz in Form. Zum Glück liegt noch ein ganzer Tag vor uns, um dieses Volksfest auszukosten.

PS: Es gab die Diskussion, ob es sich lohnen würde, in der Vollmondnacht am See auszuharren. Ich blieb dort um festzustellen, dass bei den kühlen Temperaturen nur sehr wenige gläubige Hindus ins Wasser gingen, um ihre Sünden abzuwaschen. (Lauter junge Männer – ob die´s besonders nötig hatten?)

Um den Höhepunkt dieses Rituals zu erleben, muss man sich wohl wirklich bei Sonnenaufgang aus dem Bett quälen. Dafür war es ein ganz besonderes Erlebnis bei Nacht durch das Dorf zu spazieren. Die Straßen waren noch voller als am Tag, die Leute waren sehr ausgelassen. Jeder war in besagte Wolldecken gehüllt (außer mir und meinen Begleiter), um auszuharren zu können bis zum ersten Sonnenstrahl. Wunderschön war der Vollmondspaziergang zurück zum Camp. Gelohnt hat es sich also, so lang im Dorf zu bleiben, auch wenn es anders war als erwartet.

See bei Nacht

Pushkar Mela - Reisehinweise

Heiliger See

Der Höhepunkt des Festes ist die Vollmondnacht, wenn die Hindus zu einem Eintauchen (Bad) in den Pushkar See steigen, was während des Vollmondes als heilig gilt. Von den drei Nächten des Pushkar Festivals werden Sie zwei in Pushkar verbringen.


Zeltunterbringung

Die Unterbringung erfolgt in Zelten des RTDC – der Rajasthan Tourism Development Corporation, einer staatlichen Organisation Rajasthans, die die Tourismusentwicklung dieser Region fördern soll. Die Unterbringung erfolgt in Doppelzelten in einer extra für dieses Festival aufgebauten Zeltstadt, die sich nahe dem Zentrum aller Aktivitäten befindet. Gegenüber ist in der Regel das "Stadium", wo den ganzen Tag lang verschiedene Spiele wie Ringen, Tauziehen zwischen Indern und Ausländern sowie Kamelrennen stattfinden. Die Nähe ist für Aktivitäten sehr angenehm, allerdings tritt auch erst sehr spät nachts etwas Ruhe ein.


Mahlzeiten, Verpflegung, Alkoholverbot Tee-Kocher

Während ihres Aufenthaltes in Pushkar haben Sie vegetarische Vollpension, beginnend vom Abendessen am Ankunftstag bis zum Frühstück am Abfahrtstag. Die Mahlzeiten werden in einem großen Gemeinschaftszelt eingenommen. Hierfür erhalten Sie bei ihrer Ankunft Coupons, die bei Verlust nicht kostenlos ersetzt werden können. Pushkar ist ein für die Hindus heiliger Ort. Deshalb erfolgt die Ernährung rein pflanzlich (vegetarisch) und es herrscht ein striktes Alkoholverbot.


Sanitäre Einrichtungen

Natürlich haben unsere Zelte keine angrenzenden Badezimmer. Hinter den Unterkunfts-Zelten befinden sich Zelte für Waschgelegenheiten mit fließendem kalten und (so Gott Brahma will evtl.) warmen Wasser. Die Einrichtungen sind den indischen Verhältnissen und der Unterbringung in einer Zeltstadt gemäß nett und sauber. In Stahlkabinen stehen Toiletten und WC zur Verfügung. Auf ihre nächste heiße Dusche müssen sie ggf. zwei Tage bis Udaipur warten.


Auf ein Wort… Volkstanz

Aufgrund der einzigen Unterbringungsmöglichkeit in Zelten des staatlichen RTDC ist unser Einfluss auf diesen Leistungsträger sehr beschränkt. Für alle Folgen oder Mängel dieses Aufenthaltes die auf Schlechtleistung beruhen, müssen wir daher unsere Haftung auf die Rückerstattung des staatlich festgelegten Übernachtungspreises beschränken.

Wir haben in letzten Jahren gute oder befriedigende Erfahrungen in Pushkar gemacht. Die Erfahrung aus anderen Teilen Indiens zeigt uns allerdings, dass nichts so sehr den Wandel von heute auf morgen ausgesetzt sein kann, wie der Service und die Organisation in staatlichen Tourismuseinrichtungen.


Vorsicht Nepper, Schlepper, Diebe…

Wie bei Volksfesten in aller Welt besteht auch hier erhöhte Diebstahlgefahr. Lassen Sie bitte keine Wertgegenstände im Zelt und tragen Sie diese nicht offen und leicht zugänglich bei sich.


Einzelzelte Kamelmarkt und Zelte

Einzelzelte stehen nur in begrenzten Umfang zur Verfügung. Richten Sie sich deshalb für die Tage in Pushkar auf die Unterbringung in einem Doppelzelt ein. Buchungen für Einzelzelte können wir nur als Wunsch entgegennehmen, da wir erst bei Ankunft eine endgültige Bestätigung erhalten. Sofern Ihr Unterbringungswunsch realisierbar ist, zahlen Sie den entsprechenden Zuschlag nach ihrer Rückkehr nach Deutschland.


Zeitraum

Der Viehmarkt und das Volksfest ziehen sich insgesamt über 12 Tage hin. Das eigentliche religiöse Fest dauert 3 Tage / 3 Nächte, von deren wiederrum die zweite Nacht die Vollmondnacht ist. In dieser Nacht tauchen die Pilger im See unter, eine Zeremonie die von Hindus als heilig angesehen wird.

Die Umfragen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die meisten Teilnehmer einen Aufenthalt von 2 Nächten für optimal halten. Je nach Ihrer persönlichen Einstellung würden Sie vielleicht gerne länger oder kürzer bleiben wollen. Wir bitten Sie aber um Verständnis, dass wir vor Ort keine Änderungen durchführen können.

Festival-Panorama

Pushkar Karte

Pushkar Karte