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Die Kirchen von Goa

Wenn es um Sehenswürdigkeiten geht in Goa, dann stehen die Kirchen Goas auf Platz 1. Sie sind Zeitzeugen und Monumente aus Stein, des religiösen Erbes der portugiesischen Eroberer. Doch die Kirchen sind nicht nur für die Touristen, die Goa besuchen, interessant, sondern auch für die Historiker, Studenten der Kunst und Architektur und Architekten. Die Kirchen wurden im 16. und 17. Jahrhundert erbaut und sind zum größten Teil im Stil der Renaissance erbaut und einem gotischen Hauch. Die „Church of Goa“ ist ein Weltkulturerbe der UNESCO und ist auch die beliebteste Touristenattraktion Goas. Weitere berühmte Kirchen sind die Basilika of Bom Jesus, Se Kathedrale, St. Francis Church und viele andere.

Die Basilica of Bom Jesus

Die Basilica of Bom Jesus, zieht im jedem Jahr Tausende von Pilger an. Der Grund ist nicht, dass sie dem „Jesu Kind“ gewidmet ist, sondern weil die Kirche das Mausoleum (Grab) von dem berühmten heiligen Jesuiten, Missionar und Schutzpatron von Goa, Franzis Xavier beherbergt. Der Heilige war ein enger Freund von St. Ignatius Loyola, mit dem er zusammen den Orden Jesu, die Jesuiten, gründete. St. Franzis Xavier starb am 2.Dezember 1552 auf der Insel Sancian, als er auf dem Weg nach China war. Zuerst wurden der sterbliche Körper des heiligen nach Malakka in Malaysia gebracht und fand dann schließlich seinen Weg zwei Jahre später zurück nach Goa. Der Legende nach heißt es, dass der Körper des Heiligen so frisch war, wie an dem Tag als man ihn beerdigte. Noch heute ziehen die sterblichen Überreste des Heiligen viele Gläubige aus der ganzen Welt an, dabei spielt es keine Rolle ob Christ oder Nichtchrist. Gerade während des publik Viewing (Ausstellung) seines Körpers, was alle 10 Jahre stattfindet an seinem Todestag, ist ein großer Andrang zu verzeichnen, da von dem Heiligen wundersame Heilkräfte ausgehen sollen. Das letzte Public Viewing fand zuletzt im Jahr 2004 statt.

Die Kirche selbst

Die Kirche selbst ist in der ganzen Welt bekannt. Im Jahr 1594 wurde der Bau der Basilika begonnen und im Jahr 1605 vollendet und nach ihrer Fertigstellung von dem Erzbischof Dom Fr. Aleixo de Menezes geweiht. Diese Kirche ist ein Denkmal des Weltkulturerbes der UNESCO und ist zudem eine der ältesten Kirchen Goas sowie Indiens.

Man sagt, dass die Kirche eine Copy von Gesu ist, welche die Heimatkirche der Jesuiten in Rom ist. Die Kirche ist 25 m hoch und über 23 m breit. Wenn man sie betritt, schreitet man unter dem Chor hindurch, welcher durch Säulen gestützt wird.

Auf der rechten Seite erblickt man dann einen Altar, der dem Heiligen St. Anthony geweiht ist und auf der linken Seite befindet sich eine wunderschöne Statue von St. Francis Xavier. Die Statue des Jesu Kindes teilt die ehrenwerte Position über dem Haupt des goldenen Altars mit der Statue des Heiligen St. Ignatius of Loloya.
Der Fußboden der Kirche ist aus Marmor und wurde mit den kostbarsten Steinen verziert. Abgesehen davon enthält die Basilika aufwendig vergoldete Altäre und ist ansonsten recht einfach gehalten. Im Kircheninneren kann man Gemälde bewundern, die das Leben des St. Xavier aufzeigen.

Die Außenwände der Kirche sind nicht verputzt und die Fassade enthält Elemente von dorischen, ionischen und korinthischen Designs. Die Details und die Säulen der Basilika of Mom Jesus sind aus Basalt gehauen.

Der riesige und reich verzierte Altaraufsatz ist vergoldet und an der rechten Seite des Altars befindet sich das Mausoleum von St. Xavier. Auf der Spitze des Mausoleums befindet sich ein silberner Sarg, der die sterblichen Überreste des Heiligen enthält.
Das Grabmal des Heiligen St. Xavier wurde von Cosimo III. gespendet. Er war der Grand Duke of Tuscany und der letzte Medici. Er ließ das Grab von den Floriner Bildhauer Giovanni Batista Foggini im 17. Jahrhundert konzipieren. Auf dem Grab sieht man vier bronzene Plaketten, die entscheidende Szenen aus dem Leben des Heiligen aufzeigen.

Auf der Galerie, der oberen Ebene der Kirche, mit Blick auf das Grab, befindet sich die Bom Jesus Basilica Art Gallery. Sie enthält die Werke des Goan Dom Martin, der ein surrealistischer Maler war.

Die Basilica of BOM Jesus ist über 400 Jahre alt und ist jeden Tag für die Öffentlichkeit geöffnet.

Die St. Catherine's Cathedral oder Se Cathedral

Begonnen wurde der Bau der St. Catherine's Cathedral von dem Portugiesischen Viceroy (Vizekönig) im Jahr 1562, doch insgesamt betrug die Bauzeit ganze 80 Jahre. Sie wurde letztendlich 1640 fertigstellt. Sie befindet sich genau neben der Basilica of BOM Jesus und ist die größte Kirche Indiens und diente der Goan Erzdiözese als Sitz. Die toskanische Fassade der Kirche ist 31 m hoch und der Umfang und die vielen Details der korinthischen Innenraumgestaltung ist einfach überwältigend.

Riesige Säulen teilen das Mittelschiff von den Seitenschiffen und man zählt nicht weniger als 15 Altäre, die an den Wänden angeordnet sind. Der verzierte und vergoldete Hauptaltar ist der Heiligen St. Catherine von Alexandria geweiht und besteht aus neun geschnitzten Rahmen sowie einem atemberaubenden Kruzifix. Ebenfalls befinden sich über dem Altar alte Gemälde, die Szenen aus dem Leben der St. Catherine darstellen. Sie starb 307 nach Christus.

Ein Altar ist nach St. Anne benannt und enthält die kostbaren Reliquien der heiligen Märtyrer von Cuncolin, die in ihrer Mission scheiterten, den Großmogul Akbar zum Christentum zu bekehren. Das schließlich führte zu ihrer Ermordung. An den Seiten der Kapelle befinden sich acht weitere Kapellen, wovon eine das „Kreuz der Wunder“ enthält und auch wunderschöne filigrane Arbeiten aufweist. Es wird behauptet, dass hier im Jahr 1919 Jesus Christus erschienen ist. Das Kreuz wird nicht in einer verschlossenen Box aufbewahrt, da man glaubt, dass es Kranke heilen kann. Vielmehr besitzt die Box eine Öffnung, die es den Gläubigen erlaubt, das Kreuz der Wunder zu berühren.

Die Cathedrale verfügte über zwei Türme, wovon einer teilweise zusammengefallen ist. In dem anderen Turm befindet sich die größte Glocke Asiens, die geläutet hat, zum Beginn der grausigen Handlungen im Namen Gottes oder der Handlungen im Namen des Glaubens während der Inquisition.

Die Cathedral St. Catherine beherbergt zudem ein Taufbecken, welches im Jahr 1532 erstellt wurde. An diesem Taufbecken hat der Heilige St. Francis Xavier, der Schutzpatron Goas, die Einwohner Goas getauft, die konvertierten.

Der einst so gepflegte Garten, der die Kathedrale umgibt, war einst der Dorfplatz, der sogenannte Terreiro do Sabayo. Sabayo war ein anderer Name für den letzten Bahamani Herrscher, Yusuf Adil Shah. Sein Palast sowie seine Moschee standen hier. Es ist interessant, das die Portugiesen diesen Namen beibehalten haben, nachdem sie Goa erobert hatten. Von hier fungierten mehrere Gouvernement Büros, einschließlich dem Senat und dem Palast der Heiligen Männer, die die Inquisition durchführten in Goa. All das wurde während des Umzuges nach Panaji demontiert.

Die Kirche of St. Francis of Assisi

Die Kirche von St. Francis von Assisi, ursprünglich erbaut im Jahre 1521 und wieder aufgebaut im Jahr 1661. Letztendlich erfolgte dann noch eine Renovierung im Jahr 1762. Das Gebäude ist im toskanischen Stil erbaut, wobei der Haupteingang im manulinischem Stil gebildet wurde.

Zwei große Statuen befinden sich direkt über dem Hauptaltar in der Kirche. Die eine ist eine Skulptur des Heiligen St. Francis von Assisi und die andere eine Skulptur von Jesus am Kreuz. Unter den Skulpturen ist eine Inschrift zu lesen, die das Gelübde eines Heiligen enthält: Demut, Gehorsam und Armut. An jeder Seite des Altars sind Malereien vorhanden, die Szenen aus dem Leben des Heiligen St. Francis darstellen. Auf jeder Seite der Kirche befindet sich jeweils noch ein Altar und an den Seiten der Kirche sind auf jeder Seite jeweils drei Kapellen errichtet.

Der Fußboden enthält geschnitzte Grabinschriften, die ins 16. Jahrhundert zurückdatiert werden können.

Das Archäologische Museum existiert seit dem Jahr 1964 in dem verlassenen Kloster der Brüder des St. Francis of Assisi. In dem Museum werden Porträts der portugiesischen Vizekönige ausgestellt, die von einheimischen Goan Malern gemalt wurden unter der Anleitung von italienischen Künstlern. Weiterhin kann man auch christliche Skulpturen besichtigen sowie Münzen und hinduistische Skulpturen. Diese Skulpturen stammen von den Tempeln aus Goa und man datiert diese bis in das 12. und 13. Jahrhundert zurück oder in die Kadamba Periode.

Des Weiteren befindet sich in der Eingangshalle eine 3,6 m hohe Bronzestatue von Albuquerque. Sie wurde noch zu seinen Lebzeiten gegossen. Im Eingang zum Museum sind alte Karten Goas ausgestellt und dort ist auch die 3 m hohe Statue von Luis de Camoes ausgestellt, die auch aus Bronze gegossen ist.

Luis de Camoes war ein portugiesischer Poet, der es zu nationaler Größe gebracht hat, mit seinen Poemen. Die Statue hält in einer Hand eine Rolle von einem Poem, die de Camoes geschrieben hat und den Namen:„Os Lusiadas“ trägt. Dieses Poem beschreibt die Geschichte der Reise des Vasco da Gama von Portugal nach Indien und zurück.

Das Museum ist außer Freitags und an Feiertagen von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet und der Eintritt ist frei.

Die Kirche of St. Cajetan

Die Kirche von St. Cajetan ist unterhalb der Se Cathedral in Richtung der Hafenmole gelegen. Erbaut wurde sie von den italienischen Mönchen im Jahr 1640, die dem Orden der Theatiner angehörten. Diese Mönche waren Missionare, die im Auftrag des Papstes Urban VIII. in Goa das Christentum predigten.

Gewidmet ist diese Kirche der „Lieben Frau von der göttlichen Vorsehung“ und heißt im Volksmund St. Cajetan, nach dem Gründer des Ordens der Theatiner.

Erbaut wurde die Kirche nach dem Abbild des St. Peter's Dom in Rom. Sie ist 121 m lang und etwa 81 m breit. Erbaut aus Laterit-Stein und mit Kalk wurde sie verputzt. Von der äußeren Architektur ist sie korinthisch und der Innenraum mit seinen Mosaiken zeigt den korinthischen Stil auf, in der Architektur.
Sieht man sich die Kirche genauer an, dann fällt einem auf, dass sie die Form eines griechischen Kreuzes aufweist. Es gibt insgesamt 6 Altäre in der Kirche neben dem Hauptaltar. Der Hauptaltar ist „Our Lady of Divine Providence“ (der Muttergottes der göttlichen Vorsehung) geweiht.
Die Altäre sind alle sehr aufwendig geschnitzt und vergoldet im barocken Stil. Zudem verfügen sie über Leinwandbilder der italienischen Schule. Manche der Malereien zeigen Szenen aus dem Leben des St. Cajetan.

Die Kirche von St. Augustine

Es ist sicherlich auch wert einmal einen Blick auf die Ruinen der Kirche von St. Augustine zu werfen. Alles, was von dieser Kirche noch zu sehen ist, ist der 46 m kolossale Turm. Dieser diente als Glockenturm und bildete einen Teil der Fassade der Kirche.

Erbaut im Jahr 1602 durch die augustinischen Brüder, fielen die Kirche und der Turm im 19. Jahrhundert in Vergessenheit, was dazu führte, dass sie teilweise verfiel und zusammenbrach. Die Archaeological Survey of India's Mini Circle hat in den letzten Jahren immer wieder Arbeiten zur Erhaltung der Ruinen durchgeführt.

Es gibt so viel zu sehen…

Besonders Old Goa, ist voll von Geschichte. Wer sich dort aufhält, der sollte auch die folgenden Kirchen besichtigen:

  • Chapel of St. Xavier
  • Chapel of St. Anthony
  • Chapel of Our Lady of the Mount
  • Chapel of St. John of God
  • Church and Convent of Santa Monica
  • Church of Our Lady of the Rosary.

Das Kloster von St. John ist heute ein Altenheim und wird von den Franziskaner Schwestern geleitet. Die erst kürzlich renovierte, einer Festung gleichend, Kirche of Our Lady of the Rosary (unserer Lieben Frau vom Rosenkranz) wurde ursprünglich in den Jahren 1544–1547 erbaut. Die Architektur kombiniert den gotischen und Manulinen Stil. Das trägt dazu bei, dass ein Gesamteffekt der Ruhe und Zurückhaltung erzielt wird.

Das Kloster von Santa Monica war einst das strengste Kloster der Welt und beheimatet heute das Museum für christliche Kunst. Gegründet wurde es im Jahr 1994 unter der Mitwirkung von INTACH und der Calouste Gulbenkian Foundation (Portugal). Hier wird eine Vielzahl von portugiesischen Statuen ausgestellt, die man von Portugal nach Goa brachte sowie Skulpturen, die von einheimischen Künstlern hergestellt wurden.
Besonders spektakulär in den zwei Galerien sind die religiösen Ornamente, die aus Gold und Edelsteinen bestehen sowie die geschnitzten Elfenbein Figuren. Das Kloster Museum ist täglich von 09:30–17:00 Uhr geöffnet.

Steht man in kurzer Entfernung von der Hauptstraße und dem Hauptgebäude der Kirchen von Old Goa, auf einem kleinen Hügel, dann hat man einen sehr schonen Ausblick über die Stadt und dem Mandovi und der Arabischen See. Auf diesem Hügel befindet sich die Kirche of Our Lady of the Mount. Erbaut im Jahr 1510 ist sie heute eine der ältesten Kapellen Goas. Sie dient heute als Austragungsort für das Monte Musik Festival, welches jedes Jahr im November für vier Abende stattfindet. Hier performen die Musiker im Hof der Kirche unter freiem Himmel, sodass man die herrliche Umgebung genießen kann.