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Indien & Himalaya Königreiche

Hemis-Nationalpark – Indiens Nationalparks

Der Hemis-Nationalpark liegt im Norden Indiens, genauer: in der Region Ladakh. Das Besondere an ihm ist seine Lage mehrere tausend Meter über dem Meeresspiegel. Die Flora und Fauna, die hier ansässig ist, ist auf die Höhe und die daraus resultierende Biosphäre angewiesen. Ohne sie wäre außerdem die Existenz zahlreicher Wildtiere bedroht.

Gründung und Wachstum

Im Jahr 1981 wurde der Hemis-Nationalpark gegründet. Damals umfasste er etwa 600 km² und erstreckte sich über die Täler Markha und Rumbak. 1988 dehnte sich die Fläche des Parks um mehr als das Fünffache aus und erreichte eine Größe von rund 3350 km². Zwei Jahre später wuchs der Nationalpark erneut: Stolze 4400 km² bieten bis heute der Natur Schutz und geben ihr damit ausreichend Raum für ihre Entfaltung. Damit ist der Hemis-Nationalpark derzeit der größte Nationalpark Südasiens.

Der Park wurde nach dem gleichnamigen Ort benannt, der bis zur Gründung des Nationalparks vor allem durch sein Kloster bekannt war. Das tibetanische Hemis-Kloster ist Schauplatz eines jährlich stattfindenden Festes und wurde vor etwa 400 Jahren gegründet. Manche Quellen geben ein noch deutlich höheres Alter an; dies gilt jedoch nicht als gesichert.

Hemis Nationalpark

Klima und Pflanzenwachstum

Das Besondere am Hemis-Nationalpark ist seine Höhenlage. Im Durchschnitt liegt die Fläche des Parks 3000 m über dem Meeresspiegel. Diese Höhe macht es vielen Pflanzen schwer, sich in dem Gebiet anzusiedeln. In Hemis ist es das ganze Jahr über eher kühl: Die Temperatur schwankt zwischen 0°C im Winter und 15°C im Sommer. Da der Himalaya den Park außerdem von Regen regelrecht abschirmt, fallen nur sehr wenig Niederschläge über das Jahr hinweg. Deshalb dominieren vor allem trockene Wälder, vorwiegend aus Pinien, die Vegetation des Hemis-Nationalparks.

Doch dem kargen Grün wird noch zusätzlich zugesetzt: Im Gebiet des Nationalparks leben etwa 1600 Menschen, darunter viele Viehbauern. Die domestizierten Tiere schaden der Natur durch Überweidung der Umgebung – und nehmen dadurch zunehmend anderen, wild lebenden Tieren die Lebensgrundlage. Die Nutztiere der Menschen stellen jedoch auch in anderer Hinsicht ein Problem dar: Aufgrund der Raubtiere im Nationalpark werden immer wieder einige von ihnen gerissen. Dies kann zu Schwierigkeiten bezüglich der Akzeptanz des geschützten Areals in der ansässigen Bevölkerung führen.

Tierische Heimat

Der Hemis-Nationalpark bietet zahlreichen Arten Schutz und einen natürlichen Lebensraum. Seine größte Attraktion ist und bleibt jedoch der Schneeleopard. Dieser ist mit einer Schulterhöhe von etwa 60 cm für eine Großkatze relativ klein, aber durch sein dickes Fell und die kompakte Körperform ideal an das kalte Klima angepasst. Die Raubkatze steht auf der Liste der bedrohten Arten: Laut Schätzungen leben weltweit nur noch rund 4000–6000 Exemplare.
Die Beute der Schneeleoparden besteht zum Größten Teil aus verschiedenen Schaf- und Ziegenarten, darunter das Argali, das auch Riesenwildschaf genannt wird. Seine Schulterhöhe beträgt bis zu 135 cm und sein Gewicht über 200 kg, womit es seine Jäger deutlich übertrifft.

Neben dem Schneeleoparden haben auch andere beeindruckende Raubtiere in Hemis ihre Heimat. Der gewaltige eurasische Braunbär ist mit seinen rund 300 kg und seinen tapsig wirkenden Schritten eine imposante Erscheinung, die nur aus der Ferne niedlich ist. Der eurasische Braunbär hat eine stabile Population und ist somit nicht vom Aussterben gefährdet.

Obwohl der Tibetanische Wolf eher klein und ungefährlich daher kommt, sollten Besucher des Nationalparks vor ihm ebenfalls Abstand halten. Von den wendigen Wildtieren ist bekannt, dass sie in der Vergangenheit immer wieder Menschen anfielen, öfter als andere Jäger.

Doch auch eine große Zahl von Kleintieren lebt in Hemis. Dazu gehören das Himalaya-Murmeltier, ein fernöstlicher Verwandter des europäischen Murmeltiers, und das Altaiwiesel, eine Unterart des Marders.