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Kaziranga-Nationalpark – Indiens Nationalparks

Der indische Nationalpark Kaziranga befindet sich im indischen Bundesstaat Assam und liegt im Nordosten des Landes in der Landschaft der Karbi Anglong Hügel. Das Gebiet des Parks wird im Norden vom Bramaputra und im Süden von der Nationalstraße 37 begrenzt und besitzt so eine Gesamtfläche von 430 km² mit Hochgrasfluren, Sumpfgebieten und Waldungen. Bekannt ist der Park durch das indische Panzernashorn geworden, dessen Lebensraum in diesem Nationalpark liegt.
Das Kerngebiet des Nationalparks wurde 1908 unter Schutz gestellt und seitdem immer wieder um ein Paar km² erweitert. 1985 wurde der Park zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt. Aus diesem Grund und um die Gefahr eines Zusammentreffens von Mensch und Tier so gering wie möglich zu halten, sind im Park nur Touren mit autorisierten Führern erlaubt. Es können daher innerhalb des Nationalparks Ausflüge im Vorhinein gebucht werden, welche entlang der drei Hauptwege führen. Auch kann man mit dem eigenen PKW in den Park fahren, allerdings aus Sicherheitsgründen wiederum nur in Begleitung eines Führers.

Kaziranga Nationalpark

Das Klima


Der Kaziranga befindet in einer vom Monsun geprägten Gegend, das bedeutet, von November bis April fällt kaum Niederschlag, während der Niederschlag in den übrigen Monaten das Mittel des Jahresniederschlags auf 1830 mm bringt. Daher ist ein Besuch des Parks in den Monaten ratsam, in denen kaum Niederschläge fallen, da in den restlichen Monaten ein Drittel der Parkfläche überschwemmt. Diese Überschwemmungen werden jedoch nicht nur durch die Niederschläge hervorgerufen, das über die Ufer treten des Bramaputra ist ein Grund dafür, wobei ein nährstoffreicher Schlamm abgelagert wird. Diese gute und natürliche Düngung des Bodens lässt Hochgrashabitate wachsen und bildet so eine Voraussetzung der im Park befindlichen Artenvielfalt. Auf Grund dieser erhöhten Überflutungsgefahr ist der Park von Mai bis Anfang November geschlossen.
Die durchschnittlichen Temperaturen im Park betragen im Sommer 32 Grad und im Winter 10 Grad.

Die Flora und Fauna

Flora


Wie bereits erwähnt gibt es weite Hochgrasflure, Waldungen und Sumpfgebiete in diesem Nationalpark, welcher im gesamten Gebiet von vier großen Flüssen umgeben ist. Die enormen Freiflächen im Park sind meist mit Elefantengras und breitblättrigen, tropischen Wäldern bedeckt. Auch zahlreiche Wasserlöcher sind im Park angelegt, damit die Tiere ausreichend Wasser finden können. Im östlichen, höher gelegenen Teil des Parks kommt überwiegend Elefantengras vor, während im Osten des Parks überwiegend kürzeres Gras vorkommt.

Fauna


In diesem Nationalpark leben bedeutende Bestände der seltensten Großtierarten. Durch die Monsunwälder und die weiten Grasländern sind hier die idealen Lebensräume der „Big Five“. Die so genannten „Big Five“ sind Nashorn, Elefant, Büffel, Barasangha-Hirsch und Tiger. In diesem Park leben daher ca. 1860 Panzernashörner, ca. 1250 Asiatische Elefanten und über 1400 wilde Wasserbüffel.
Die Elefanten bilden dabei teilweise Herden aus maximal 200 Tieren. Weiterhin leben in diesem Schutzgebiet noch ca. 86 Bengaltiger und 470 seltene Zackenhirsche, welcher in einer besonderen Unterart vorkommt. Auch ca. 60 Sambarhirsche und 430 Wildschweine leben im Kaziranga-Nationalpark. Weitere hier beherbergte große Pflanzenfresser sind unter anderem Indische Muntjakhirsche, Gaure und Schweinshirsche. Zu den weiteren Großraubtieren, die hier leben, gehören neben den Tigern auch noch Indische Leoparden, Asiatische Wildhunde, Lippenbär und Kragenbär. Die Primaten werden im Reservat durch Kappenlangut, Assam-Makak, Rhesusaffe und Weißbrauengibbon repräsentiert. Weitere Säugetiere, die eine Erwähnung verdienen, sind unter anderem Fischkatzen, Rohrkatzen, Kleine Indische Zibetkatze, Eurasischer Fischotter, Indische Zibetkatze, kleiner Mungo, Indischer Mungo, Goldschakal, Chinesischer Sonnendachs, Bengalfuchs und Orangebauch-Himalayahörnchen. Unter den Reptilien sind folgende Vertreter zu erwähnen, Gangesgavial, Bindenwaran, Krait, Königskobra, Tigepython und Netzpython.

Die einzigen Probleme des Nationalparks liegen in der Besiedlung rund um den Park. In der Region der Karbi Along Hügel, die sich auf 10500 km² verteilt, leben etwa 800000 Menschen, welche die Gegend hauptsächlich landwirtschaftlich nutzen. So kann es passieren, dass das Weidevieh in den Nationalpark eindringt und Krankheiten, durch den direkten Kontakt mit den Wildtieren oder durch Kot, an die Wildtiere übertragen können.

Auch die Wildtiere wandern herum. So ziehen sie beispielsweise ab Juli/August bis Oktober, also während der Überflutungsphase durch den Bramaputra, in die höher gelegenen Gebiete des Parks. Diese Gebiete befinden sich im Süden in den Karbi Hills, oder im Norden in den Himalaya-Ausläufern. Bei diesen Reisen verlassen die Wildtiere auch oft das Schutzgebiet und werden dadurch, dass die Nashörner und Elefanten von den Bauern als Schädlinge empfunden werden, teilweise verjagt oder sogar getötet. Auch die Wilderer nutzen die Überflutungszeiten um an das beliebte Horn des Panzernashorns zu gelangen.