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Indien & Himalaya Königreiche

Ökologisches Wunderwerk – „Nationalpark Periyar“

Die geeignete Lage Indiens auf unserem blauen Planeten fördert den Lebensraum für vielfältige Tier- und Pflanzenwelten. In dem Bundesstaat Kerala, im Süden Indiens gelegen finden wir einen der schönsten und unberührtesten Nationalparks der Erde. Benannt wurde das bedeutende Schutzgebiet nach dem Periyar-Fluss, der mit seinen kleinen Nebenflüssen die Lebensader des Ressorts widerspiegelt.

Schon im späten 19. Jahrhundert, während der Kolonialzeit, wurde der berühmte Fluss Periyar gestaut, um die umliegenden Gebiete des Naturgebietes bis hin zu den angrenzenden Staaten weitläufig zu bewässern und damit nachhaltig gesicherten Lebensraum für Pflanzen und Tiere zu schaffen. Angesichts der Tatsache, dass eine außergewöhnliche Artenvielfalt von Flora und Fauna in dieser unbefleckten Natur beheimatet waren, folgte 1934 der offizielle Status „Naturschutzgebiet“.
Erweitert wurde dieses auffallende Areal im Jahre 1950 auf insgesamt 777 km² mit der zusätzlichen Erklärung zum „Tierschutzgebiet – Periyar Wildlife Sanctuary“. Den weiterführenden Namen „Tigerreservat trägt das bereits bestehende Naturwunder seit 1978. Das Kerngebiet mit einer Fläche von ca. 350 km² wurde erst 1982 zum Nationalpark-Periyar betitelt.
Für Naturliebhaber ist allerdings nur der Stausee mit seiner umliegenden, teilweise sumpfigen Umgebung zugänglich, dessen Raum ca. 55 km² misst.

Periyar Nationalpark

Das signifikante feuchte Monsun-Klima begünstigt Flora und Fauna, zeigt evolutionsartige Vegetationen und lässt fast das gesamte Gebiet inklusive Pufferzone in verschiedenen grandiosen Grüntönen ganzjährig leuchten. Das Schutzgebiet besteht aus 75% tropischem Regenwald, dessen hochwachsende Baumarten wie Vateria, Hopea, Bischofia eine Höhe von 50 m erreichen. Darunter kleinere Baumgewächse neben wuchernden Bodengewächsen und Aufsitzerpflanzen wie Farne, Moose und bunten Orchideen lassen die Gegend wie ein lebhaftes buntes Paradies erscheinen. Besonders viele endemische Arten finden wir unter den Amphibien und Reptilien in der dortigen Tierwelt. Die Travancore-Landschildkröte aus der Gattung der Asiatischen Schildkröten ist in dieser Umgebung ebenso einzigartig wie auch die Familie der Uropeltidae (Schlangen). Die giftige Königskobra, Kettenviper und verschiedene Echsen wie Warane, Geckos und Schönechsen fühlen sich in dem grünen Dickicht erstaunlich gut beherbergt und bieten der weiteren Entwicklung kein Limit.
Laubwälder und Eukalyptuspflanzen nehmen ca. 20% der gesamten Fläche in Anspruch. Der restliche Teil des Gebietes zeigt kleinere Graslandschaften und natürlich den lebenswichtigen Stausee mit den Flüssen Pamba und Periyar, deren Areal nur ca. 5% des gesamten Schutzgebietes ausmacht. Aufreizend stellen sich die blätterlosen Baumstämme dar, die in einer Mannigfaltigkeit aus dem Stausee herausragen.
Da die Graslandschaften sehr beschränkt sind leben dort nur wenige Bengal-Tiger und Indische Leoparden, weil deren Vorlieben für weite und weniger bewachsene Flächen nicht erfüllt werden können.
Von Norden nach Süden hin bilden die Berglandlandschaften der West- und Ostghats Korridore für weitere wildlebende Tiere, wie zum Beispiel den Indischen Elefanten oder auch den asiatischen Wildhund. In der südlichen Region laufen beide Gebirgszüge fast zusammen und begrenzen damit den unteren Abschnitt des Nationalparks.
Zwischen den West- und Ostghats erstreckt sich das Dekkan-Plateau, eine eher trockene Landschaft auf einer weiten Ebene von 1200 m Höhe. Hier sind neben den bereits genannten tropischen Exemplaren weitere Säugetiere wie Mungos, Pferdehirsche und Co. beheimatet.
Südwestlich fällt das Flachland extrem steil bis auf 100 m ab und endet im sumpfartigen Tal des Flusses Pamba, das durch die hohe Feuchtigkeit hervorragenden Lebensraum im Besonderen für die niedere Fauna bietet. Am häufigsten sind Wirbellose, wie Gliederfüßer, vor allem Insekten, Ringelwürmer und Weichtiere vorhanden. Die Vielfalt an farbenfrohen Schmetterlingen, von denen etwa 160 verschiedene Arten in Periyar gezählt werden, bringt flatterhafte Schönheiten zum Vorschein.

In den Gewässern im, und rund um den Stausee finden wir 38 Arten an Fischen, die zum Teil endemisch vorkommen. Aufgrund der Einführung des uns gut bekannten Karpfens schon während der Kolonialzeiten erhielten die wässerigen Zonen etwas europäisches Flair, das sich bis heute in der tropischen Zone durchgesetzt hat. Der ursprünglich aus Afrika stammende Tilapien, ein relativ großer Buntbarsch, der sich wie viele andere Arten in stillen Gewässern zuhause fühlt hat ebenfalls über viele Generationen seine Heimat beibehalten.
Die Welt der Vögel ist offensichtlich unbegrenzt. Insgesamt 320 Arten wären greifbar nah, wenn sie nicht fliegen könnten. Besonderes Aufsehen erregen die geselligen und auffällig gefärbten Doppelhornvögel, die bis zu 1,5 m Länge erreichen. Nebenher beweisen auch Greif-, Wasser-, Hühner-, Tauben-, Specht-, Nashorn-, Papageien- und Sperlingsvögel, wie wirbelndes und buntes Treiben in den Lüften jeden Zuschauer faszinieren kann.

Bedauernswert ist nur, dass unberührte Natur nicht für den Menschen zugänglich gemacht werden darf! Wäre es so, dann gäbe es kein reines Ökosystem mehr.